FAQ - Häufig gestellte Fragen
1. Was ist eine evangelische Freikirche?
2. Was ist eine Sekte?
3. Was sind christliche Fundamentalisten?
4. Was sind Evangelikale?
5. Protestantisch, Evangelisch, Reformiert?
6. Was ist die Ökumene?
.7. Wie ist die Bibel zu verstehen?
8. Was ist "Bibelkritik"?


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Was ist eine evangelische Freikirche?

Mitte des 19. Jhdts verliessen über 200 Pfarrer unter der Führung von Thomas Chalmers die reformierte Staatskirche Schottlands und gründeten die "Free Church of Scotland". Etwa zur gleichen Zeit kam es in der französischen Schweiz durch den Theologen Alexandre Vinet zur Gründung der église libre, einer freien reformierten Kirche. Sowohl Chalmers als auch Vinet waren überzeugte Vertreter einer strikten Trennung von Kirche und Staat. Dies ist im Wesentlichen auch heute das Merkmal einer evangelischen Freikirche. Sie ist evangelisch in ihrem Glaubensbekenntnis, aber unabhängig vom Staat. Die Freikirche bezieht keine Kirchensteuern, sondern finanziert sich durch Spenden und Beiträge ihrer Mitglieder. Die Pastoren werden ausserdem in der Regel nicht an staatlichen, sondern unabhängigen Fakultäten und Seminaren ausgebildet. Mitglied wird man nicht automatisch durch die Kindertaufe, sondern durch einen freiwilligen Beitritt im Erwachsenenalter.

Der Christentreff ist somit eine evangelische Freikirche.

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Was ist eine Sekte?

Eine christliche Sekte ist eine Gruppe bzw. eine Organisation von Menschen, die einen Teilbereich der biblischen Botschaft aus dem Gesamtzusammenhang reisst, um darauf ihre Hauptlehre aufzubauen und mit ausserbiblischen Ideen ("Offenbarungen, Erkenntnissen, Erleuchtungen") zu ergänzen. Oft erhebt diese Gemeinschaft dann den Anspruch auf besondere Erleuchtung und ausschliesslicher Vermittlung des Heils. Geleitet werden Sekten oft von Persönlichkeiten mit grosser Ausstrahlung.

Der Christentreff reiht sich mit seiner Glaubensgrundlage ein in den Hauptstrom der protestantischen Kirchen, die ihren Ursprung in der Reformation und den wichtigsten kirchlichen Bekenntnissen der Alten Kirche haben.

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Was sind christliche Fundamentalisten?

Mit dem vermehrten Aufkommen der historischen Bibelkritik, einer Frucht der rationalistischen Geistesströmung der Aufklärung, taten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts 64 namhafte Theologen und Pastoren aus den meisten protestantischen Denominationen Englands und den USA zusammen. Sie verfassten zwölf Bücher mit dem Titel "The Fundamentals". Darin beschrieben sie in Aufsätzen, was zu den unaufhebbaren Grundlagen des historischen christlichen Glaubens gehört. Sie verteidigten die göttliche Inspiration der Bibel, die Gottessohnschaft Jesu, seine leibliche Auferstehung, die Vertrauenswürdigkeit biblischer Prophetie, die körperliche Wiederkunft Jesu, das Endgericht, die Rettung aus Gnade durch den Glauben und mehr.

Mit der Zeit wurde der Begriff jedoch vermehrt in Verbindung gebracht mit einem separatistischen Kirchenverständnis, einer wörtlichen Auslegung des Schöpfungsberichtes und mit einer speziellen Sichtweise der Endzeit. Die Autoren der "Fundamentals" wollten keine neue, sektenhafte Strömung ins Leben rufen, sondern die Kirche an die Grundwahrheiten erinnern, wie sie seit der Zeit der Reformatoren und der alten Kirche geglaubt und gelehrt wurden.

Der Christentreff distanziert sich von einem militanten, weltabgewandten christlichen Fundamentalismus, sieht sich jedoch grundsätzlich in der Tradition der protestantischen Autoren der sogenannten "Fundamentals".

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Was sind Evangelikale?

Manchmal wird der Begriff "evangelikal" verwendet, um Christen zu bezeichnen, die die Bibel als Massstab für Glauben und Leben benutzen. Der Begriff ist dem englischen entnommen, wo er schlicht "evangelisch" (evangelical) bedeutet. Konservative Protestanten im angelsächsischen Raum, die nicht mehr identifiziert werden wollten mit ihren militant fundamentalistischen Glaubensgenossen, aber eben auch nicht mit den liberalen und bibelkritischen Strömungen innerhalb der grossen Denominationen, benutzten seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend die Bezeichnung "evangelical".

Dieser Begriff wurde verdeutscht und im deutschsprachigen Raum als Selbstbezeichnung bibeltreuer Christen verwendet. Doch heute ist dieser Begriff mancherorts ebenfalls eher negativ besetzt, nicht zuletzt durch manche populistischen politischen Ansichten.

Als Christentreff ordnen wir uns in den breiten Strom der "evangelikalen" Christenheit ein, ohne damit automatisch spezifische politische Aussagen machen zu wollen.

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Protestantisch, Evangelisch, Reformiert?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff "Protestantismus" die Gemeinsamkeiten aller Evangelischen im Gegensatz zur römisch-katholischen Kirche. In der Reformationszeit im 16.Jahrhundert kristallisierten sich zwei Hauptströme innerhalb der jungen evangelischen Kirche heraus.

Da wurde zunächst die evangelische Kirche gebildet, die sich an die Lehre Martin Luthers hielt, insbesondere im Abendmahlsverständnis. Die Schweizer Kirche (insbesondere Zürich und Genf) einigte sich mit der Schrift Consensus Tigurinus (Verfasser waren Heinrich Bullinger und Johannes Calvin) auf ein gemeinsames Abendmahlsverständnis.

Diesem schlossen sich auch die übrigen evangelischen Kirchen der Schweiz an, was einigend wirkte. Im Unterschied zur evangelisch-lutherischen Kirche, wurde die evangelische Kirche der bullingerschen und calvinistischen Tradition als evangelisch-reformierte Kirche bezeichnet.

Als Christentreff sind wir Protestanten, die der evangelisch-reformierten Tradition nahestehen.

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Was ist die Ökumene?

Als Ökumene bezeichnet man gewöhnlich die Zusammenarbeit der Kirchen verschiedener Konfessionen an einem Ort. Der "Ökumenische Rat der Kirchen" (ÖRK) wurde 1948 in Holland gegründet. Das Ziel ist die sichtbare Einheit der Kirche möglichst aller Konfessionen, sowie die Zusammenarbeit in Mission und Diakonie. Der ÖRK besteht zur Zeit aus 350 protestantischen und orthodoxen Mitgliedkirchen aus allen Kontinenten. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied des ÖRK, da dies dem Selbstverständnis Roms als der Kirche Jesu Christi widersprechen würde.

Der Christentreff ist nicht Teil der ökumenischen Bewegung und sieht keine Notwendigkeit einer organisatorischen Einheit. Vielmehr betrachten wir synkretistisch-pluralistische Tendenzen, die Beschränkung auf sozial-ethische, sowie politische Programme des ÖRK kritisch. Auch betrachten wir die organisatorische Einheit von Kirchen, die sich in wichtigen Fragen des Heils z.T. diametral widersprechen, als nicht hilfreich. Wir fühlen uns jedoch mit allen Kirchen und Christen in Einheit verbunden, die an der Wahrheit der Inhalte der guten Nachricht festhalten (siehe Glaubensbasis der SEA) und deren erstes Ziel die Verbreitung des Todes, der Auferstehung und der Wiederkunft Jesu Christi ist. Dennoch sind auch wir darum bemüht, unsere sozial-ethische und politische Verantwortung ernst zu nehmen.

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Wie ist die Bibel zu verstehen?

Die Bibel ist eine Sammlung aus 66 Schriften, die von rund 40 Autoren in einem Zeitraum von ungefähr 1500 Jahren verfasst wurde. Dazu gehören Geschichtsbücher, Lieder, Gebete, Weisheitsliteratur, prophetische Schriften, Lebensberichte und Briefe an die Kirchen des ersten Jahrhunderts. Eine verantwortungsvolle Bibelauslegung beachtet die literarischen Gattungen und die historischen Kontexte, bevor sie sich daran macht, die biblischen Texte auf heutige Lebensumstände anzuwenden. Mit anderen Worten, eine poetische Schrift sollte nicht wie ein naturwissenschaftliches Werk, ein Gleichnis nicht wie ein historischer Bericht und ein geschichtliches Werk nicht wie eine Fabel ausgelegt und interpretiert werden.

Im Christentreff sind wir bemüht, die Bibel auf verantwortungsvolle Weise auszulegen, und halten daran fest, dass die biblischen Texte in ihrer ursprünglichen Form (die Urtexte) von Gott inspiriert wurden, ohne Widersprüche und Irrtümer sind, und zuverlässig überliefert wurden. Die Mitte der Schrift ist Jesus Christus und sie ist klar und unmissverständlich in allen Hauptlehren, die zu unserem Heil und zu einem Gott wohlgefälligen Leben dienen.

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Was ist "Bibelkritik"?

Die historisch-kritische Bibelauslegung entstand als Folge eines rationalen Weltbildes, das wiederum die Folge der philosophischen Geistesströmung der sogenannten "Aufklärung" war. Diese Auslegungsmethode ging von den drei folgenden Grundvoraussetzungen aus:


1. Kritik.
Jede historische Überlieferung ist nur wahrscheinlich.

2. Analogie.
Ob etwas mehr oder weniger wahrscheinlich ist, wird daran gemessen, ob sich Ähnliches oder Gleiches öfters abgespielt hat. Je mehr Ähnlichkeit bzw. Wiederholung, desto wahrscheinlicher ist das Berichtete.

3. Korrelation.
Alles, was geschieht, ist innerweltlich und zusammenhängend zu verstehen. Eine Religion entwickelt sich nicht aus dem Nichts, sondern immer nur aus dem schon vorhandenen.

Diese drei (fehlerhaften) Prämissen führen natürlich zu fundamentaler Kritik an Gottes Wort und lassen in ihrer Konsequenz nicht viel mehr übrig als moralische Appelle an den Menschen. Zu unterscheiden von der Bibelkritik ist die sogenannte «Textkritik», die um die Erforschung der besten, zuverlässigsten und genausten hebräischen, aramäischen und griechischen Grundtexte bemüht ist.

Im Christentreff verweigern wir uns nicht den gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen solider Forschung, sondern jeder ideologischen Form der Kritik an der Bibel. Nicht wir kritisieren die Bibel, sondern wir lassen uns von der Bibel kritisieren.